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Kapitel № 08 · 1441 – 1600

Zurara und die Erfindung der Rasse

Der erste europäische Text, der Menschen nach Hautfarbe sortierte, war eine bestellte Verteidigungsschrift für einen Sklavenraubzug.

The Guinea trade12.5 million embarkedLagosThe auction of 8 August 1444LisbonZurara’s commissionRomeDum Diversas, 1452ElminaPortuguese fort, 1482JamestownThe statutes that made race lawSalvador da BahiaSugarMexico CityThe casta paintingsUppsalaLinnaeus, 1735GöttingenBlumenbach, 1795PhiladelphiaMorton’s skullsAtlantic Ocean2 500 kmN
Atlas Wo es geschah. The category, and the commerce it was built to run. Read the map anticlockwise from Lagos, where 235 people were divided into lots on a beach in August 1444 and a royal chronicler sorted them by complexion in the report. Rome supplied the warrant, Elmina the depot, and the plantation colonies the demand. The two dots in northern Europe are where the science arrived, three centuries late, to justify a system already running at industrial scale.
Chronologie

Wann es geschah

  1. 8 August 1444 The auction at Lagos Zurara sorts 235 captives by complexion, weeps, and calls the business providential.
  2. 1449 Limpieza de sangre in Iberia Purity of blood as a test for office, a heritable, unconvertible taint, before the Atlantic.
  3. 1452 and 1455 Dum Diversas, then Romanus Pontifex Papal authority to reduce unbelievers to perpetual slavery, and a Portuguese monopoly.
  4. 1493 Inter Caetera divides the world The foundation of what became the Doctrine of Discovery.
  5. 1537 Sublimis Deus Indigenous Americans declared rational beings, resisted by the Crown, neutralised in the colonies, and silent on Africans.
  6. 1662 Partus sequitur ventrem Children take the mother’s status. Slavery becomes heritable through the womb.
  7. 1667 Baptism does not confer freedom The pivot: the category stops being about faith and becomes about descent.
  8. 1676 Bacon’s Rebellion English servants and enslaved Africans rebel together and burn Jamestown. The hardening accelerates afterwards.
  9. 1705 The Virginia Slave Code Enslaved people as real estate; killing one during "correction" is not a felony.
  10. 1735 Linnaeus sorts Homo sapiens Four varieties, each with a temperament and a mode of government. A moral ranking in the format of a botanical key.
  11. 1795 Blumenbach coins "Caucasian" On the stated grounds that a skull from the Caucasus was the most beautiful he owned.
  12. 1823 Johnson v. M’Intosh The Doctrine of Discovery enters United States law, and is cited into the twenty-first century.
  13. 1854 Types of Mankind Separate creations for separate races, selling briskly in the American South seven years before the Civil War.
  14. March 2023 The Vatican repudiates the Doctrine of Discovery Which is an acknowledgement that it had been a doctrine.
The order of events is the argument. The trade comes first, the statutes come next to make the category unconvertible and heritable, and the science arrives last, most elaborate, most technical and most confident exactly when abolitionism was winning and the practice was hardest to defend.

Markierte Begriffe tragen eine kurze Erklärung: mit der Maus darüberfahren oder auf dem Touchscreen antippen.

„Einige waren weiß genug, schön anzusehen und wohlgestaltet; andere waren weniger weiß, wie Mulatten; wieder andere waren schwarz wie Äthiopier.“

— Gomes Eanes de Zurara, über die Aufteilung von 235 Menschen in Lose zu Lagos, 8. August 1444

Der obige Satz gehört zu den folgenreichsten der europäischen Literatur, und fast niemand hat ihn gelesen. Er stammt aus der Chronik der Entdeckung und Eroberung Guineas, die 1453 vom königlichen Chronisten Portugals im Auftrag des Königs verfasst wurde, um die Leistungen des Prinzen Heinrich zu feiern, jenes Mannes, den angelsächsische Schulbücher Heinrich den Seefahrer nennen.

Zurara beschreibt die erste große Versteigerung afrikanischer Gefangener in Europa. Er ordnet sie nach ihrem Äußeren. Er weint über die Szene, die er beschreibt (er sagt es selbst), und erklärt dann, das ganze Geschäft sei providentiell, weil diese Menschen zur Erlösung geführt würden. Und er hält fest, dass Prinz Heinrich, der sechsundvierzig der Gefangenen als sein Fünftel nahm, zu Pferde zugegen war, und dass Heinrichs Genugtuung nicht dem Gewinn, sondern den Seelen galt.

Dieses Kapitel argumentiert, der Forschung folgend, dass die Rasse nicht die Ursache des atlantischen Sklavenhandels war. Sie war das Instrument, das zu seinem Betrieb gebaut wurde, und dass sie, einmal gebaut, den Handel überlebte und zum Ordnungsprinzip eines globalen Kastensystems wurde, das bis heute läuft.

Die Reihenfolge der Ereignisse

Die naheliegende Erzählung lautet: Die Europäer hielten die Afrikaner für minderwertig, also versklavten sie sie. Die historische Reihenfolge ist eher die umgekehrte.

Die Sklaverei im antiken und mittelalterlichen Mittelmeerraum war nicht farblich codiert. Römer versklavten Britannier, Gallier, Griechen, Daker und Syrer. Das englische Wort slave leitet sich von Slav ab, wegen des mittelalterlichen Handels mit Gefangenen aus Osteuropa. Muslimische und christliche Gesellschaften versklavten über Jahrhunderte hinweg die Gefangenen der jeweils anderen Seite quer über das Mittelmeer, und zwar aus religiösen Gründen, nicht wegen der Hautfarbe, und die Religion hatte eine entscheidende Eigenschaft: sie war konvertierbar. Ein bekehrter Gefangener warf eine unbequeme Frage auf, und die Unbequemlichkeit war real genug, dass christliches Recht und christlicher Brauch sich wiederholt damit befassen mussten.

Was sich im fünfzehnten Jahrhundert änderte, war das Auftauchen einer dauerhaften, industriell dimensionierten Quelle von Gefangenen aus einer einzigen Region und kurz darauf das der amerikanischen Plantagen mit ihrem unbegrenzten Hunger nach Arbeitskraft. Das System brauchte eine Kategorie, die nicht konvertierbar war: die die Taufe nicht auflösen konnte, die die Freilassung eines Einzelnen nicht erschütterte und die sich automatisch auf die Kinder vererbte. Die Religion konnte diese Aufgabe nicht erfüllen. Etwas anderes musste gebaut werden.

Zurara ist der erste ausführliche europäische Text, in dem dieses Andere sichtbar im Bau ist: eine Hierarchie von Menschen nach Hautfarbe, dargeboten als Rechtfertigung dessen, was man ihnen gerade angetan hat.1

Der Segen

Die portugiesische Krone handelte nicht aus eigener Machtvollkommenheit. Sie erbat und erhielt eine ausdrückliche päpstliche Ermächtigung.

  • (1452), Nikolaus V. an Alfons V. von Portugal: die Befugnis, Sarazenen, Heiden und andere Ungläubige zu überfallen, zu erobern, zu unterwerfen und zu unterjochen, ihre Güter und Gebiete an sich zu nehmen und ihre Personen in ewige Sklaverei zu versetzen.
  • Romanus Pontifex (1455), derselbe Papst, bestätigt und erweitert die Verleihung und gibt Portugal ein Monopol auf den afrikanischen Handel.
  • Inter Caetera (1493), Alexander VI., teilt die neu angetroffene Welt zwischen Spanien und Portugal auf.

Diese Dokumente sind das Fundament dessen, was im Recht als Doktrin der Entdeckung bekannt wurde. Das ist keine rhetorische Behauptung: Die Doktrin gelangte durch das Votum von Chief Justice John Marshall in Johnson v. M'Intosh (1823) in die Rechtsprechung der Vereinigten Staaten, das befand, die Entdeckung habe dem entdeckenden europäischen Souverän den Rechtstitel verschafft und die indigenen Nationen zu bloßen Bewohnern herabgestuft, und diese Entscheidung ist bis ins einundzwanzigste Jahrhundert vor amerikanischen Gerichten zitiert worden.2 Im März 2023 gab der Vatikan nach jahrzehntelangem Druck indigener Organisationen eine Erklärung ab, die die Doktrin verwarf, was ein Eingeständnis dessen ist, dass es sich um eine Doktrin gehandelt hatte.

Es ist fair, anzumerken, dass die Überlieferung Gegenströmungen enthält. Paul III. erklärte in Sublimis Deus (1537), die indigenen Völker Amerikas seien vernunftbegabte Wesen, die weder versklavt noch ihres Eigentums beraubt werden dürften. Die spanische Krone widersetzte sich; in den Kolonien wurde die Bulle faktisch neutralisiert, und Afrikaner berührte sie nicht. Das Muster (eine moralische Erklärung im Zentrum, missachtet am Ort der Ausbeutung) wird in jedem Kapitel dieser Chronik wiederkehren.

Der Brookes-Plan von 1788 zeigt versklavte Menschen in Reihen gepackt im Laderaum eines Sklavenschiffs
Die Brookes, 1788. Das Diagramm wurde von Abolitionisten aus den gesetzlich zulässigen Ladezahlen des Schiffes nach dem Slave Trade Act erstellt; es zeigt also die regulierte Kapazität. Über den gesamten Handel hinweg wurden rund 12,5 Millionen Menschen aus Afrika eingeschifft; etwa 10,7 Millionen überlebten die Überfahrt. Dafür war die in den 1440er Jahren erfundene Kategorie da.Wikimedia Commons · public domain

Die Rasse wird Gesetz

Ideen betreiben keine Plantagenwirtschaft. Gesetze tun das. Der genaueste Beleg dafür, dass die Rasse konstruiert und nicht ererbt wurde, ist die Abfolge der Kolonialgesetze, die sie errichteten, ein Problem nach dem anderen. Virginia ist der klarste Fall.

JahrGesetzGelöstes Problem
1662Kinder übernehmen den Status der Mutter ()Kehrt die Regel des englischen Common Law um, wonach der Status dem Vater folgt. Macht die Sklaverei über den Mutterleib vererbbar und die Vergewaltigung versklavter Frauen einträglich statt kostspielig.
1667Die Taufe verleiht keine FreiheitSchließt das religiöse Schlupfloch. Das ist der Angelpunkt: Die Kategorie hört auf, eine Frage des Glaubens zu sein, und wird eine Frage der Abstammung.
1691Verbannung für Weiße, die „Neger, Mulatten oder Indianer“ heiratenÜberwacht die Grenze und schafft die juristische Fiktion einer abgegrenzten weißen Bevölkerung.
1705Der Sklavenkodex von VirginiaFasst zusammen: Versklavte gelten als Immobilie; einen von ihnen bei der „Züchtigung“ zu töten ist kein Kapitalverbrechen; freie Schwarze verlieren das Wahlrecht sowie das Recht, ein Amt zu bekleiden oder auszusagen.

Historiker haben längst bemerkt, dass sich die Verhärtung nach Bacons Rebellion von 1676 beschleunigt, in der englische Kontraktknechte und versklavte Afrikaner gemeinsam rebellierten und Jamestown niederbrannten. Edmund Morgans Argument (dass die Elite Virginias reagierte, indem sie armen Weißen rechtliche Privilegien gewährte, gerade um sie von einer gemeinsamen Sache mit schwarzen Arbeitern zu lösen) bleibt die maßgebliche Darstellung dessen, wie „Weißsein“ als klassenübergreifende Koalition hergestellt wurde.3 Theodore Allen trieb dies weiter: Weißsein war keine volkstümliche Identität, sondern ein Instrument sozialer Kontrolle in der Hand der herrschenden Klasse, und es funktionierte.

Ein mexikanisches Casta-Gemälde des achtzehnten Jahrhunderts: ein Raster aus sechzehn Tafeln, das gemischte Familien mit Bezeichnungen für jede Rassenkategorie zeigt
Ein casta-Gemälde, Neuspanien, achtzehntes Jahrhundert. Sechzehn Tafeln, von denen jede die Nachkommen einer bestimmten rassischen Verbindung benennt, hergestellt als dekorative Bürokratie für ein Reich, das Menschen nach Kategorien besteuerte, verzehntete und überwachte. Die Vorstellung, die Rasse sei eine natürliche Tatsache und kein Verwaltungsprodukt, überlebt den Blick auf eines dieser Bilder nicht.Wikimedia Commons · public domain

Dann kommt die Wissenschaft, hinterher

Die Chronologie der „Rassenwissenschaft“ ist der stärkste Einzelbeleg für die These dieses Kapitels. Die Taxonomien treffen nach dem Anlaufen des Handels im großen Maßstab ein, und sie verschärfen sich genau dann, wenn der Handel unter Beschuss gerät.

  • 1735. Linnés Systema Naturae teilt den Homo sapiens in vier Varietäten und weist jeder ein Temperament und eine Regierungsform zu: Europäer werden durch Gesetze regiert, Afrikaner durch Willkür. Das ist keine Beobachtung; es ist eine moralische Rangordnung im Format eines botanischen Bestimmungsschlüssels.
  • 1795. Johann Friedrich Blumenbach schlägt fünf Rassen vor und prägt den Begriff „kaukasisch“ für die Europäer, mit der ausdrücklichen Begründung, ein Schädel aus dem Kaukasus in seiner Sammlung sei der schönste, den er besitze, und die Region komme als Ursprung plausibel in Frage. Eine Kategorie, die noch heute auf amtlichen Formularen steht, entsprang der ästhetischen Vorliebe eines deutschen Anatomen für einen einzigen Schädel.4
  • 1839–1854. Samuel Morton misst das Schädelvolumen und berichtet eine Rangordnung; Nott und Gliddons Types of Mankind (1854) tritt für den Polygenismus ein (getrennte Schöpfungen für getrennte Rassen) und verkauft sich wenige Jahre vor dem Bürgerkrieg im amerikanischen Süden lebhaft. Louis Agassiz, der angesehenste Naturforscher Amerikas, unterstützte es.

Man beachte den Zeitpunkt dieser letzten Gruppe. Der Abolitionismus gewinnt in den 1830er und 1840er Jahren die Argumente; die Aufklärung hat die universelle Gleichheit der Menschen zu einer respektablen Voraussetzung gemacht; und genau in diesem Moment erscheint der ausgefeilteste, technischste, selbstsicherste wissenschaftliche Rassismus. Die Ideologie wurde am strengsten, als die Praxis am schwersten zu verteidigen war.

Frontispiz von Types of Mankind (1854) mit einer vergleichenden Tafel menschlicher und Affenschädel, hierarchisch angeordnet
Frontispiz zu Types of Mankind, 1854. Schädel so angeordnet, dass sie belegen sollen, menschliche „Typen“ seien getrennt erschaffen und dauerhaft ungleich, veröffentlicht sieben Jahre vor dem Amerikanischen Bürgerkrieg von Autoren mit einem unmittelbaren Interesse am Ausgang.Wikimedia Commons · public domain
Wo dieses Kapitel mit sich selbst streitet

Die strikte Formel „erst die Sklaverei, dann die Rasse“ ist zu glatt, und ernstzunehmende Historiker bestreiten sie. Auf der Iberischen Halbinsel gab es bereits ab 1449 die Statuten der , die die Reinheit des Blutes (einen ererbten, nicht konvertierbaren Makel) zum Maßstab für Ämter machten, gerichtet gegen bekehrte Juden und Muslime. Das ist ein vererbbarer, abstammungsbasierter Ausschluss zwei Generationen vor Kolumbus, und James Sweet hat argumentiert, dass das iberische rassistische Denken tiefere Wurzeln hat als das atlantische System.5 Geraldine Heng führt einen entsprechenden Nachweis für den Umgang des mittelalterlichen England mit den Juden.

Die Formulierung, die diese Chronik verwendet, lautet daher: Die Rohstoffe der Ausgrenzung sind uralt (Kapitel 1), und Iberien hatte bereits eine vererbbare Fassung hervorgebracht. Was das fünfzehnte bis achtzehnte Jahrhundert errichtete, war etwas Neues: eine globale, am Phänotyp ausgerichtete, biologisch begründete, rechtlich durchgesetzte Hierarchie, konstruiert, weil ein bestimmtes Wirtschaftssystem eine dauerhaft ausschließbare Arbeiterschaft benötigte. Zurara ist der erste Entwurf. Die Gesetze Virginias sind die Arbeitsfassung. Blumenbach und Morton sind die nachgerüstete Rechtfertigung.

Was daraus wurde

Die Sklaverei endete. Die Kategorie nicht, denn sie hatte inzwischen andere Aufgaben.

Sie strukturierte die Aufteilung Afrikas (Kapitel 10) und die darauf folgenden , in denen „zivilisierte“ Nationen Völker verwalteten, die als noch nicht fähig galten, für sich selbst einzustehen, was der tatsächliche Wortlaut von Artikel 22 der Völkerbundssatzung ist und zugleich das Rechtsinstrument, unter dem Belgien Ruanda regieren sollte. Sie strukturierte das Einwanderungsrecht in den Vereinigten Staaten und in der gesamten angelsächsischen Siedlerwelt. Sie strukturierte jene unterschiedliche Bewertung menschlichen Lebens, die es denselben Regierungen erlaubte, manche Tode als Tragödien und andere als bedauerliche Statistik zu bezeichnen, eine Unterscheidung, der diese Chronik im April 1994 in aller Genauigkeit wiederbegegnen wird.

W. E. B. Du Bois nannte die Farblinie das Ordnungsproblem des zwanzigsten Jahrhunderts und meinte das global, nicht innenpolitisch. Cedric Robinsons Begriff formuliert die strukturelle These: Das System erwarb den Rassismus nicht als bedauerliche Zutat, es entwickelte sich durch rassische Differenzierung, weil differenzierte Arbeit billigere Arbeit ist.6

Und es ist noch immer messbar: daran, wer Grenzen überschreiten darf, wessen Schulden erlassen und wessen eingetrieben werden, wessen Rohstoffe zu andernorts festgesetzten Preisen gefördert werden, und daran, dass die Pro-Kopf-Emissionen eines europäischen Landes ein Vielfaches derjenigen eines afrikanischen betragen können, während die Folgen im umgekehrten Verhältnis erfahren werden. Die Kapitel 16 bis 21 nehmen das auseinander.

Ein Hofchronist, eine in Auftrag gegebene Rechtfertigung, eine Versteigerung an einem portugiesischen Strand im August 1444. Nicht der Anfang menschlicher Grausamkeit (Kapitel 1 hat diese Vorstellung erledigt), sondern der Anfang jener spezifischen Maschine, zu deren Beschreibung diese Chronik existiert.

Fußnoten

  1. Gomes Eanes de Zurara, Crónica dos feitos notáveis que se passaram na conquista de Guiné (1453), Kap. XXV; englisch in The Chronicle of the Discovery and Conquest of Guinea, übers. C. R. Beazley und E. Prestage (London: Hakluyt Society, 1896). Ibram X. Kendi, Stamped from the Beginning (New York: Nation Books, 2016), beginnt mit dieser Passage und begründet ihren Vorrang. ↩
  2. Johnson v. M'Intosh, 21 U.S. 543 (1823); Robert J. Miller u. a., Discovering Indigenous Lands: The Doctrine of Discovery in the English Colonies (Oxford: Oxford University Press, 2010). ↩
  3. Edmund S. Morgan, American Slavery, American Freedom (New York: Norton, 1975); Theodore W. Allen, The Invention of the White Race, 2 Bde. (London: Verso, 1994–97); Barbara J. Fields, „Slavery, Race and Ideology in the United States of America“, New Left Review I/181 (1990), S. 95–118. ↩
  4. Johann Friedrich Blumenbach, De generis humani varietate nativa, 3. Aufl. (1795). Zu Morton und dem langen Streit um seine Daten: Stephen Jay Goulds Vorwurf unbewusster Verzerrung in The Mismeasure of Man (1981), die Nachmessung von Lewis u. a. aus dem Jahr 2011, die seine Rechenarbeit weitgehend entlastete, und die anschließenden Kritiken, die zeigen, dass seine Stichprobenwahl und Rahmung die ideologische Arbeit leisteten: siehe Michael Weisberg, „Remeasuring Man“, Evolution & Development 16:3 (2014), S. 166–178. ↩
  5. James H. Sweet, „The Iberian Roots of American Racist Thought“, William and Mary Quarterly 54:1 (1997), S. 143–166; Geraldine Heng, The Invention of Race in the European Middle Ages (Cambridge: Cambridge University Press, 2018). ↩
  6. W. E. B. Du Bois, The Souls of Black Folk (1903), und „The African Roots of War“, Atlantic Monthly (1915); Cedric J. Robinson, Black Marxism: The Making of the Black Radical Tradition (London: Zed, 1983); Eric Williams, Capitalism and Slavery (Chapel Hill: University of North Carolina Press, 1944), dessen These zu den ökonomischen Ursprüngen des Abolitionismus noch immer umstritten und noch immer unentbehrlich ist. ↩
Dramatis personae

Wer beteiligt war

  1. Figuren

    Gomes Eanes de Zurara

    c. 1410 – c. 1474 Royal chronicler of Portugal

    The Crown, and the commission

    Writing in 1453 at the king’s commission, he described the auction of 235 people at Lagos nine years earlier and sorted them by complexion: some white enough and well proportioned, others less white, others as black as Ethiops. He wept at the scene, said so, and then explained that the business was providential because the captives were being brought to salvation. It is the first extended European text in which the category is visibly under construction.

    Zurara, Crónica dos feitos… de Guiné (1453) · Kendi, Stamped from the Beginning (2016)

  2. Figuren

    Infante Henrique

    Henry the Navigator

    1394 – 1460 Portuguese prince; patron of the Guinea voyages

    Souls, and a fifth share

    He was present at the Lagos auction on horseback and took forty-six of the captives as his fifth share. Zurara records that his satisfaction lay not in the profit but in the souls. The schoolbook name (the Navigator) was applied by nineteenth-century English and German writers; he did not sail on the voyages he financed.

  3. Figuren

    Nicholas V

    1397 – 1455 Pope, 1447–1455

    Portugal’s warrant

    Dum Diversas in 1452 gave the king of Portugal authority to invade, conquer and subjugate Saracens, pagans and other unbelievers, to seize their goods and to reduce their persons to perpetual slavery; Romanus Pontifex in 1455 confirmed it and added a monopoly of the African trade. These were not pious sentiments. They were title documents, and they were used as such for five centuries.

    Dum Diversas (1452) · Romanus Pontifex (1455)

  4. Fraktionen

    The Virginia General Assembly

    from 1619 Colonial legislature

    The planter interest

    Race was not inherited from the middle ages; it was drafted, one statute at a time, by men solving practical problems. 1662: children take the mother’s status, so slavery becomes heritable and the rape of enslaved women becomes profitable. 1667: baptism confers no freedom, closing the religious escape hatch. 1691: banishment for whites who marry across the line. 1705: the enslaved are real estate, and killing one during correction is not a felony.

    Morgan, American Slavery, American Freedom (1975)

  5. Figuren

    Carl Linnaeus

    1707 – 1778 Botanist; author of Systema Naturae

    Order, as a scientific value

    The 1735 Systema Naturae divides Homo sapiens into four varieties and assigns each a temperament and a mode of government: Europeans governed by law, Africans by caprice. That is not observation. It is a moral ranking set out in the format of a botanical key, by the man who gave biology its filing system, which is exactly why it carried.

    Linnaeus, Systema Naturae (1735)

  6. Figuren

    Johann Friedrich Blumenbach

    1752 – 1840 Anatomist at Göttingen

    Five races, one of them beautiful

    In 1795 he proposed five races and coined "Caucasian" for Europeans, on the stated grounds that a skull in his collection from the Caucasus was the most beautiful he owned and that the region was a plausible origin. A category still printed on official forms today began as one German anatomist’s aesthetic preference about one skull.

    Blumenbach, De generis humani varietate nativa, 3rd ed. (1795)

  7. Figuren

    Samuel George Morton

    1799 – 1851 Physician; collector of skulls

    Polygenism

    He measured cranial capacity and reported a ranking. The long fight over his data is instructive: Stephen Jay Gould charged unconscious bias, a 2011 remeasurement largely exonerated his arithmetic, and subsequent critics showed that the ideological work was done by his sampling and his framing, not his sums. The most confident scientific racism appears in the 1840s and 1850s, exactly when abolitionism was winning.

    Weisberg, "Remeasuring Man" (2014)

  8. Figuren

    W. E. B. Du Bois

    1868 – 1963 Sociologist and historian

    The colour line, read globally

    He named the problem of the twentieth century as the colour line, and he meant it globally rather than domestically: in "The African Roots of War" he traced the First World War itself to the competition for African extraction. Cedric Robinson later gave the structural version a name: racial capitalism, a system that did not acquire racism as a regrettable add-on but developed through racial differentiation, because differentiated labour is cheaper labour.

    Du Bois, The Souls of Black Folk (1903) · Robinson, Black Marxism (1983)

rwandafacts Eine wissenschaftliche Chronik, mit Belegen.
Die Inhalte sind belegt; Korrekturen sind willkommen.