Das vorkoloniale Ruanda
Das Nyiginya-Königreich, seine sozialen Kategorien, und was es wirklich war, bevor Europa darüber zeichnete.
Wann es geschah
- c. 1450 Competing chiefdoms on the high plateau Several small polities, none yet dominant.
- early 17th c. Ruganzu Ndori consolidates the Nyiginya kingdom Vansina’s reconstruction dates effective consolidation here. Earlier kings are partly court reconstruction.
- 17th–18th c. Expansion south and east Gradual, across what is now central and southern Rwanda.
- by 1800 The three chieftainships Land, pastures and men held by different men in the same district, a deliberate check on any one notable.
- c. 1860 Kigeli IV Rwabugiri accedes Three and a half decades of near-constant campaigning, incorporating the north, west and south, often violently.
- late 19th c. Uburetwa intensifies Two days of labour in five, owed by Hutu cultivators for access to land, and not by the Tutsi clients of the same chiefs.
- 4 May 1894 Von Götzen reaches the court The kingdom he rode into was already in motion.
- 1895 Rwabugiri dies Leaving a succession that will be settled by a coup within a year.
Markierte Begriffe tragen eine kurze Erklärung: mit der Maus darüberfahren oder auf dem Touchscreen antippen.
Ruanda begann nicht 1894, in dem Jahr, in dem ein deutscher Leutnant erstmals seine Grenzen überschritt und ein Protektorat ausrief. Es besaß bereits einen König, einen Hof, ein Heer, ein Steuersystem, eine Staatsreligion, eine literarische Tradition (mündlich, aber förmlich und kodifiziert) und eine Politik — vieles davon sichtbar für Historiker, die jahrzehntelang die dynastische Dichtung, den Ritualkodex und die Klientelverträge des Landes gegeneinander gelesen haben.1 Das meiste von dem, was das allgemeine Publikum über das vorkoloniale Ruanda zu wissen glaubt, entstand nach dem kolonialen Kontakt, verfasst von Verwaltungsbeamten und Missionaren, die Theorien zu verteidigen hatten. Die Arbeit der Geschichtsschreibung des letzten halben Jahrhunderts bestand darin, diese Überlagerung abzutragen und zu fragen, wie das Königreich aus sich selbst heraus tatsächlich aussah.
Dieses Kapitel ist ein Abriss jener Arbeit, die Streitfragen inbegriffen.
Das Land und seine Menschen
Ruanda liegt auf dem hohen, kühlen, niederschlagsreichen Plateau westlich des Ostafrikanischen Grabens, einem Land steiler Hügel, enger Täler und außergewöhnlich fruchtbarer Böden. Die Bevölkerungsdichte gehört hier seit Jahrhunderten zu den höchsten des afrikanischen Festlands, getragen von einer hochentwickelten gemischten Landwirtschaft: zunächst Sorghum und Fingerhirse, später ergänzt durch Bananen, Bohnen und (vom siebzehnten und achtzehnten Jahrhundert an) Süßkartoffeln und Mais, die über atlantische Handelskreisläufe eingeführt wurden.2 Rinder (langhörnige Ankole-Rinder) waren das Prestigegut. Land war anfangs im Verhältnis zur Arbeitskraft reichlich vorhanden und später im Verhältnis zur Bevölkerung knapp; diese Umkehrung ist einer der Motoren der Sozialgeschichte, die nun folgt.
Die Bevölkerung sprach (und spricht) eine einzige Sprache, , eine Bantusprache, die mit dem weiter südlich gesprochenen Kirundi wechselseitig verständlich ist. Sprachlich, anthropometrisch und genetisch sind Hutu und Tutsi keine getrennten Bevölkerungen; sie sind Kategorien innerhalb einer einzigen Bevölkerung, die mit der Zeit dazu kamen, berufliche, wirtschaftliche und schließlich politische Unterschiede zu markieren.3 Die , die teilweise von den frühesten Wildbeuterbewohnern der Region abstammen, waren eine kleinere, marginalisierte Gruppe, historisch mit dem Sammeln und Jagen im Wald und später mit der Töpferei verbunden.4
Woher die Kategorien tatsächlich stammen
Die schädlichste einzelne Idee in der modernen Geschichte Ruandas ist die Hamitenhypothese: die europäische Erfindung des späten neunzehnten Jahrhunderts, wonach die Tutsi eine „kaukasoide“ oder „nilotische“ Hirtenaristokratie gewesen seien, die irgendwann in ferner Vergangenheit eine „bantuide“ Hutu-Bauernschaft unterworfen habe. Das war keine ruandische Idee. Es war eine Erweiterung der rassischen Taxonomie Ostafrikas von John Hanning Speke, verfeinert von Missionaren und belgischen Kolonialethnographen, und sie ist umfassend widerlegt worden.5
Der wissenschaftliche Konsens ist weit weniger dramatisch und weit interessanter:
- Hutu, Tutsi und Twa waren sozioökonomische Kategorien (grob: Ackerbauern, Viehhalter und Wildbeuter/Töpfer), die sich über Jahrhunderte zu starreren sozialen Statusgruppen verfestigten, besonders im Einflussbereich des zentralen Königreichs.6
- Die Kategorien waren teilweise durchlässig. Ein wohlhabender Hutu, der genügend Rinder erwarb, konnte durch einen Vorgang namens („Ent-Hutu-isierung“) im Lauf von ein bis zwei Generationen in den Tutsi-Status aufgenommen werden; der umgekehrte Vorgang, gucupira, ist ebenfalls belegt.7 Die Durchlässigkeit war je nach Region und Zeitraum verschieden und stets ungleichmäßig.
- Sie wurden auch vom Staat geprägt. Die Kategorien bedeuteten am Königshof in Nyanza etwas ganz anderes als im nordwestlichen Hochland, das erst im späten neunzehnten Jahrhundert vollständig in das Königreich eingegliedert wurde und wo die Sprache von Hutu und Tutsi auf gänzlich andere örtliche Wirklichkeiten traf.8
Nichts davon sollte so gelesen werden, als seien die Kategorien unbedeutend oder „erfunden“ gewesen. Sie wurden gelebt, sie waren dauerhaft, und sie hatten lange vor der Ankunft der Europäer reale materielle Folgen. Anachronistisch ist es, sie als feste Ethnizitäten im modernen Sinne zu lesen und rückwärts zu projizieren.
Der Staat: das Königreich der Nyiginya
Das Königreich, auf das die Deutschen trafen, war eine zentralisierte Monarchie um den (König) der Nyiginya-Dynastie, der von einem beweglichen Hof auf dem zentralen Plateau aus regierte. Jan Vansinas Rekonstruktion (die strengste, die wir haben) datiert die tatsächliche Konsolidierung der Dynastie auf das frühe siebzehnte Jahrhundert unter Ruganzu Ndori, nach einer langen vorangehenden Periode des Wettstreits zwischen mehreren kleinen Häuptlingstümern auf dem Hochplateau.9 Frühere dynastische Chronologien wurden vom Hof selbst aus Legitimationsgründen rückwärts gedehnt; die tiefe vorkoloniale Vergangenheit ist wirklich undurchsichtig.
Das Königreich dehnte sich im Lauf des siebzehnten und achtzehnten Jahrhunderts allmählich aus, vor allem nach Süden und Osten über das heutige zentrale und südliche Ruanda. Etwas wie seine heutigen Grenzen erreichte es erst in der zweiten Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts unter Kigeli IV. Rwabugiri (reg. ca. 1860–1895), dessen lange Herrschaft nahezu ununterbrochener Feldzüge abgelegene Gebiete im Norden, Westen und Süden einverleibte, oft gewaltsam.10 Große Teile des heutigen Nordwestruandas waren eigenständige, von Hutu geführte Gemeinwesen (kleine Königreiche im eigenen Recht), bis Rwabugiris Heere eintrafen; die belgische Verwaltung sollte später vollenden, was seine Heere begonnen hatten.11
Wie der Staat zusammenhielt
Das Königreich beruhte auf drei einander überlagernden Hierarchien des Häuptlingsamtes, einer Struktur, die gewöhnlich den Reformen des späten neunzehnten Jahrhunderts zugeschrieben (oder zumindest unter ihnen verstärkt) wird:
- Der Häuptling des Landes (umunyabutaka), der den Ackerbautribut einzog.
- Der Häuptling der Weiden (umunyamukenke), der das Vieh beaufsichtigte.
- Der Häuptling der Männer (umutwale w'ingabo), der aus einer Klientel Soldaten aushob.
Diese Ämter wurden getrennt gehalten, oft von verschiedenen Männern im selben Bezirk, sodass kein einzelner Häuptling an einem Ort über alle Formen von Autorität verfügte — eine bewusste Beschränkung der Macht jedes einzelnen Notabeln und eine Struktur, welche die Kolonialverwaltung später mit verheerenden Folgen „vereinfachen“ sollte.12
und
Zwei Institutionen bestimmten die Textur der alltäglichen Ungleichheit.
Ubuhake war ein Vertrag: Ein Mann ohne Rinder (der Klient) trat in eine persönliche Bindung zu einem Mann ein, der welche besaß (der Patron), und erhielt den Nutzen einer oder mehrerer Kühe im Austausch für Dienst, Ergebenheit und einen Anteil am Zuwachs der Herde. Die klassischen Darstellungen (Maquet) behandelten ubuhake als die zentrale ordnende Beziehung der ruandischen Gesellschaft und als den Motor der Tutsi-Herrschaft über die Hutu.13 Die spätere Forschung (besonders Catharine Newbury) hat gezeigt, dass dies überzeichnet ist: ubuhake war eine Praxis der Eliten, meist zwischen Tutsi-Patronen und Tutsi-Klienten geschlossen, und war unter den Hutu-Ackerbauern bei weitem nicht allgemein verbreitet.14 Es war hierarchisch, aber es war der Form nach auch wechselseitig und freiwillig.
Uburetwa war etwas anderes und weit schlimmer. Es war eine Arbeitspflicht, die Hutu-Ackerbauern den Häuptlingen im Austausch für Zugang zu Land schuldeten, in der Regel zwei von fünf Tagen. Sie wurde selektiv den Hutu auferlegt, nicht den Tutsi-Klienten derselben Häuptlinge, und sie verschärfte sich im späten neunzehnten und frühen zwanzigsten Jahrhundert stark, als Land knapp wurde und der Staatsapparat tiefer in das ländliche Leben hineinreichte.15 Mehr als jede andere Institution gab uburetwa der Unterscheidung zwischen Hutu und Tutsi in den Jahrzehnten vor und nach dem kolonialen Kontakt ihren konkreten, alltäglichen, demütigenden Gehalt.
Religion und sittliche Ordnung
Die vorkolonialen Ruander kannten einen Hochgott, , fern und wohlwollend, der „die Nacht in Ruanda verbrachte“ — der sprichwörtliche Ausdruck für den bevorzugten Platz des Landes im Kosmos. Imana war nicht Gegenstand eines organisierten Kultes; das praktische religiöse Leben des Landes war um zwei andere Dinge herum organisiert: den Kult der königlichen Ahnen am Hof und den Ryangombe-Kult (kubandwa), einen Besessenheitskult, der auch Gemeinen offenstand und die Grenze zwischen Hutu und Tutsi überschritt.16 Die Gestalt des Ryangombe, eines Heldengeistes, der auf den Hängen des Vulkans Karisimbi durch die Hörner eines Büffels gestorben sein soll, ist einer der auffälligsten einigenden Züge des vorkolonialen religiösen Lebens und eines der Dinge, die zu unterdrücken die koloniale Christianisierung sich am meisten mühte.
Eine parallele und ebenso wichtige Einrichtung war die abiru, ein Kollegium von Ritualspezialisten, die den hüteten, den geheimen esoterischen Kodex des Königtums, der die von jedem mwami während seiner Herrschaft geforderten Rituale festlegte. Der Kodex war mündlich, formelhaft und so hoch ausgearbeitet, dass Alexis Kagames Transkription im zwanzigsten Jahrhundert Bände füllte.17 Er ist einer der Gründe, warum wir überhaupt über die vorkoloniale Geschichte Ruandas sprechen können.
Was am Vorabend des Kolonialismus tatsächlich zutraf
Es lohnt sich, klar auszusprechen, was die Forschung heute stützt und was nicht.
Sie stützt die Auffassung, dass das Königreich des späten neunzehnten Jahrhunderts ein wirklicher, funktionierender, expansiver afrikanischer Staat mit einer komplexen Verwaltung war; dass es entlang von Linien sozial geschichtet war, die eine politische Tutsi-Elite rund um den Hof in bedeutsamer Weise privilegierten; dass diese Linien weder rassisch noch gänzlich starr waren; dass die Erfahrung der Hutu-Ackerbauern je nach Region enorm verschieden ausfiel, wobei das nordwestliche Hochland bis ganz ans Ende des Jahrhunderts faktisch außerhalb der zentralen Kontrolle stand; und dass jene Institutionen, die später unter belgischer Herrschaft zur Waffe gemacht werden sollten (uburetwa, das zusammengelegte Drei-in-eins-Häuptlingsamt, die dynastische Ideologie des politischen Vorrangs der Tutsi), sich bereits unter Rwabugiri verschärften.
Sie stützt nicht die Auffassung, die in populären Darstellungen gelegentlich noch wiederholt wird, dass die Tutsi „fremde Eroberer“ gewesen seien, dass Hutu und Tutsi unwandelbare ethnische Blöcke gewesen seien oder dass Ruanda vor der Ankunft Europas eine staatenlose oder vorpolitische Gesellschaft gewesen sei. Die erste Behauptung ist koloniale Phantasie. Die zweite verwechselt eine in Bewegung befindliche Kategorie mit einer in Stein gemeißelten. Die dritte kehrt den historischen Befund um.
Das Königreich, in das der deutsche Leutnant Gustav Adolf von Götzen 1894 hineinritt, war bereits in Bewegung. Was die Kolonialherrschaft dann mit ihm anstellte (Rassifizierung dessen, was sozial gewesen war, Verhärtung dessen, was teilweise fließend gewesen war, und Bindung des Ganzen an ein Stück Papier namens Personalausweis), ist der Gegenstand des nächsten Kapitels.
Fußnoten
- Die reichhaltigste einzelne Darstellung dazu, wie diese Quellen zu lesen sind, ist Jan Vansina, Antecedents to Modern Rwanda: The Nyiginya Kingdom (Madison: University of Wisconsin Press, 2004), bes. Kap. 1 und 2 zur Methode. ↩
- David Newbury, The Land Beyond the Mists: Essays on Identity and Authority in Precolonial Congo and Rwanda (Athens, OH: Ohio University Press, 2009), S. 41–73. ↩
- Jean-Pierre Chrétien, The Great Lakes of Africa: Two Thousand Years of History, übers. von Scott Straus (New York: Zone, 2003), S. 69–88, sichtet die sprachlichen und anthropologischen Belege im Einzelnen. ↩
- Jerome Lewis, The Twa of Rwanda (Kopenhagen: IWGIA, 2000), ist der ethnographische Standardüberblick. ↩
- Die klassische Kritik ist Edith Sanders, "The Hamitic Hypothesis: Its Origin and Functions in Time Perspective," Journal of African History 10:4 (1969), S. 521–532. Siehe auch Mahmood Mamdani, When Victims Become Killers: Colonialism, Nativism, and the Genocide in Rwanda (Princeton, 2001), Kap. 2. ↩
- Catharine Newbury, The Cohesion of Oppression: Clientship and Ethnicity in Rwanda, 1860–1960 (New York: Columbia University Press, 1988), S. 9–14, ist die klarste Formulierung. ↩
- Helen Codere, "Power in Ruanda," Anthropologica n.s. 4:1 (1962), S. 45–85, gibt die früheste systematische Darstellung von kwihutura und verwandten Vorgängen in englischer Sprache. ↩
- D. Newbury, Land Beyond the Mists, S. 285–322, zu den Regionalgeschichten des Nordwestens. ↩
- Vansina, Antecedents to Modern Rwanda, S. 44–67. Vansina sagt ausdrücklich, dass die früheren dynastischen Könige (die abami b'umushumi) Rekonstruktionen von fragwürdiger Historizität sind. ↩
- Alison Des Forges, Defeat is the Only Bad News: Rwanda under Musinga, 1896–1931 (Madison: University of Wisconsin Press, 2011), Anfangskapitel; zu Rwabugiris Feldzügen siehe auch Chrétien, Great Lakes, S. 160–171. ↩
- C. Newbury, Cohesion of Oppression, S. 51–60. ↩
- Mamdani, When Victims Become Killers, S. 64–75, zieht den Vergleich mit dem „vereinfachten“ Häuptlingsamt, das nach den belgisch gestützten Mortehan-Reformen von 1926 entstand. ↩
- Jacques Maquet, The Premise of Inequality in Ruanda (Oxford: Oxford University Press, 1961). Maquets strukturfunktionalistische Deutung war für eine Generation einflussreich und gilt heute weithin als überzogen. ↩
- C. Newbury, Cohesion of Oppression, bes. S. 80–96. ↩
- Ebd., S. 140–146; David Newbury, "Trick Cyclists? Recontextualizing Rwandan Dynastic Chronology," History in Africa 21 (1994), S. 191–217, ordnet die spätvorkoloniale Verschärfung ein. ↩
- Chrétien, Great Lakes, S. 99–106, und Iris Berger, Religion and Resistance: East African Kingdoms in the Precolonial Period (Tervuren: MRAC, 1981), S. 65–93, zu kubandwa. ↩
- Alexis Kagame, La poésie dynastique au Rwanda (Brüssel: IRCB, 1951) und Les milices du Rwanda précolonial (Brüssel: ARSC, 1963). Kagames Werk ist selbst Gegenstand historiographischer Kritik (er war ein am Hof geschulter Gelehrter, der teilweise innerhalb des dynastischen Rahmens arbeitete), bleibt aber unentbehrlich. ↩
Wer beteiligt war
- Fraktionen
The Nyiginya dynasty
The court, and its own chronology
Effective historical depth is best dated from the early seventeenth century; the longer chronology is partly a court reconstruction, stretched backward for legitimacy. What the dynasty actually ran was a centralised monarchy with an army, a tax system, a state religion and a mobile court, and three separate chieftainships in each district, held by different men, so that no one notable held every kind of authority in a place.
Vansina, Antecedents to Modern Rwanda (2004)
- Fraktionen
The abiru
guardians of the ubwiru
The code of kingship
They guarded the ubwiru: the secret esoteric code of kingship, an oral, formulaic compendium of the rituals required of each mwami through his reign. It was so highly elaborated that a twentieth-century transcription filled volumes. It is one of the principal reasons precolonial Rwandan history can be reconstructed at all, a state that kept its constitution in trained memory rather than in writing.
Kagame, La poésie dynastique au Rwanda (1951)
- Figuren
Ruganzu Ndori
Consolidation
Treated by Vansina as the first historically secure mwami of the dynasty, consolidating a federation of small chiefdoms on the high plateau into a single kingdom. Everything attributed to his predecessors belongs to a chronology the court built for itself, which is a useful reminder that the manufacture of national tradition is not a European monopoly.
Vansina, Antecedents to Modern Rwanda (2004)
- Figuren
Kigeli IV Rwabugiri
The campaign season
The last great precolonial mwami. Three and a half decades of near-constant campaigning roughly doubled the kingdom’s territory and brought the northwestern highlands (autonomous Hutu-led polities until then) under central authority, often violently. The institutions the Belgians would inherit and weaponise were intensifying under him: uburetwa, tribute, military service. Rwanda was not a static society waiting to be acted upon.
Chrétien, The Great Lakes of Africa (2003)
- Fraktionen
The cult of Ryangombe
kubandwa
Across the categories
Imana, the high god who "spent the night in Rwanda", was distant and had no organised cult. Practical religious life ran through the royal ancestors at court and through Ryangombe (a hero-spirit said to have died in the gore of a buffalo on the slopes of Karisimbi), whose initiates crossed Hutu and Tutsi lines. It is one of the most striking unifying features of precolonial religious life, and one of the things Christianisation worked hardest to suppress.
Berger, Religion and Resistance (1981)
- Figuren
Jan Vansina
Oral tradition as evidence
His Oral Tradition of 1961 revolutionised African historiography by treating oral sources as analysable historical evidence rather than as folklore, which is what made a documented precolonial history of Rwanda possible at all. Antecedents to Modern Rwanda remains the standard reconstruction, and it is scrupulous about where the record stops: the earliest kings, he says plainly, are of debatable historicity.
Vansina, Antecedents to Modern Rwanda (2004)
- Figuren
Alexis Kagame
Inside the court, and inside the Church
The first major Rwandan historian, who transcribed and analysed the dynastic poetry and the ubwiru, work no outsider could have done. His position inside both the court and the Church frames the result, and historians read him with that in view. He is nevertheless the indispensable source, and the reason a great deal of the kingdom’s own account of itself survives.
Kagame, Les milices du Rwanda précolonial (1963)
- Figuren
Catharine Newbury
Against the tidy model
The earlier classical account made ubuhake — the cattle contract — the central engine of Tutsi domination over Hutu. She showed it was overstated: ubuhake was largely an elite practice, mostly between Tutsi patrons and Tutsi clients, and nowhere near universal. What actually gave the distinction its daily, humiliating content was uburetwa, the labour obligation imposed on Hutu cultivators and not on the Tutsi clients of the same chiefs.
C. Newbury, The Cohesion of Oppression (1988)